Laktose (=Milchzucker) ist in Milch und Milchprodukten sowie daraus hergestellten
Lebensmitteln und Gerichten enthalten.
Normalerweise wird der Zweifachzucker Laktose im Dünndarm durch Laktase, ein Enzym das in den Darmzoten gebildet wird, aufgespalten und in die Blutbahn aufgenommen. Ist zu wenig oder gar keine Laktase vorhanden, gelangt der Milchzucker unverdaut in tiefere Darmabschnitten, wo er von Bakterien zu Gasen (v.a. Kohlendioxid und Wasserstoff) und kurzkettigen Fettsäuren abgebaut wird. Diese Gärungsprodukte wiederum bewirken unter anderem einen vermehrten Wassereinstrom in den Dickdarm und können Beschwerden wie Blähungen, weichen, schmierigen Stuhl oder Durchfall, Bauchschmerzen (manchmal kolikartig), aber auch völlegefühl, übelkeit, Aufstoßen und in seltenen Fällen Verstopfung oder Erbrechen verursachen.
Wie viel Milchzucker ist verträglich?
Wie viel Milchzucker verdaut werden kann, ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wie viel Laktase in den Dünndarmzoten gebildet wird.
Bei völligem Enzymmangel werden auch kleine Mengen (im mg-Bereich) nicht vertragen was allerdings
selten vorkommt. 5-8g Milchzucker über den Tag verteilt werden in vielen Fällen noch gut vertragen. Die
individuell verträgliche Menge ist im Einzelfall aber immer aus zu testen – am besten indem man
milchzuckerhaltige Lebensmittel anfangs völlig meidet und dann die Milchzuckermenge stufenweise
steigert. Entscheidend für die Verträglichkeit sind dabei vor allem der Milchzuckergehalt, laut Tabelle, und
die verzehrte Menge. Eine Rolle spielt auch ob das Milchprodukt isoliert gegessen wird oder kombiniert
mit anderen Lebensmitteln, die durch ihren Anteil an Fett, Ballaststoffen, usw. die Verweildauer im Darm
erhöhen, so dass für die Laktase mehr Zeit bleibt Milchzucker aufzuspalten.
Bei Käse gilt prinzipiell: Je länger er Zeit zum Reifen hatte, d.h. je härter er ist, desto weniger Laktose ist
in ihm enthalten. Während Weichkäse (Hüttenkäse, Streichkäse) fast immer schlecht vertragen wird,
sind Hartkäse wie Greyerzer oder Parmesan fast immer verträglich.
Achtung: In der Presse wird gerne geschrieben, dass Weichkäse gut vertragen wird. Auch das gar keine
Käse/Milchprodukte verzehrt werden dürften. Das ist falsch! Beachte dazu unseren Praxistipp:
Wenn der Kohlenhydratanteil des Käses angegeben ist, so
entspricht dieser dem Gehalt an Laktose.
Wenn bei Kohlenhydraten 0,0g zu lesen ist, dann ist der Käse laktosefrei! Bei geriebenem Käse wird oft
Stärke beigemengt, dann kann der Käse zwar laktosefrei sein, die Kohlenhydrateangabe ist dann
jedoch nicht 0g! Dies wird jedoch meistens auf der Verpackung aufgeschlüsselt.
Laktose (Milchzucker) ist oder kann enthalten sein in:
Frischmilch, Sahne, Quark, Joghurt, Käse
auch Süßstoffe enthalten Milchzucker als Trägersubstanz.